Am Fluss der 1000 Wunder - Die Loire

Prächtige Schlösser, verzauberte Landschaften - und üppige Genüsse für Leib und Seele:
Käme Gott nach Frankreich, würde er im LOIRE-TAL leben

Frankreichs längster Fluss regt noch immer zum Träumen an. Die viel gerühmten Schlösser an seinen Ufern haben bis heute kaum etwas von ihrem Reiz eingebüßt. Was auch damit zusammenhängen mag, dass ihre Bedeutung nicht nur von historischer oder kunstgeschichtlicher Art ist. Sie sind zugleich unübersehbare Denkmäler einer kunstvoll verfeinerten Lebensweise.

Das Herzstück der Loire mit den Provinzen des Anjou und der Touraine wird der Garten Frankreichs genannt. Hier wachsen die Kirschen für den unvergleichlichen Guignolet, einen kernigen Likör, oder die Belle-Angevine-Birnen, die man so gern als Dessert in Rotwein gart. Und natürlich Erdbeeren, Melonen und andere hochwertige Obstsorten. Auch an Gemüsen herrscht hier kein Mangel.

Das Bild des Gartens suggeriert zugleich Idylle und Harmonie und bezeichnet damit die Grundpfeiler eines Lebensstils, in dem die Ausgewogenheit von so elementarer Bedeutung war wie die Erlesenheit des Geschmacks, die sich auch in den Bauwerken widerspiegelt. Sie sind aus dem Tuffstein gebaut, der aus Stollen heraus gebrochen wurde, die die Hänge oberhalb der Loire kilometerweit durchziehen.

Diese alten Steinbrüche bescheren heute nicht nur Champignon-Züchtern geradezu ideale Bedingungen, diese Höhlen von Menschenhand zählen auch zu den besten Weinkellern auf der Welt. In Saumur verstand man es meisterhaft, sie zu der hochwertigen Schaumweinherstellung zu nutzen. In Vouvray reifen dort legendäre edelsüße Weine, und in Bourgueil sind es die Rotweine, die nach Jahrzehnten jene Finesse entfalten, die charakteristisch ist für diese Region.

Noch immer bietet die Loire den Reichtum an Zutaten, ohne den verfeinerte Küche nicht denkbar ist. Ob ihre zahlreichen Fischarten, ob Feder- oder Niederwild, ob Lämmer oder Kälber, ob Charolais-Rinder oder die herrlichen Ziegenkäse, die hier zu den besten Frankreichs zählen.Zum Beispiel der kleine Chabichou, von dem ich hier im Blog schon berichtet habe.

Und wenn man Fisch einfach mit der köstlichen "beurre blanc", der klassischen Buttersoße, genießt, probiert man dazu vielleicht einen etwas reiferen Muscadet sur lie, der das Aroma seiner Hefen voll entfaltet und dennoch die Frische des Atlantiks in sich zu tragen scheint, in den die vielseitige Loire nach 992 Kilo- metern schließlich mündet.

Ich hoffe, ihr seid ein wenig neugierig geworden.