Provence - Rosarotes Vergnügen

Ständig zieht es Menschen aus nördlichen Gefilden in das leuchtende, duftende Land am Mittelmeer. Die Fremden bauen verfallene Weingüter wieder auf und überraschen bald mit erlesenen Tropfen. Als Pionier provençalischer Wein-Qualität gilt der Elsässer Marcel Ott, der vor gut 100 Jahren seine angesehene Domaine dort errichtete. Schweizer kamen und Dänen, später wohlhabende Siedler aus Deutschland. Es interessieren sich Japaner für Investments in der Provence. Per Hubschrauber kundschaften sie lohnende Objekte aus.

Der Zuzug der Fremden hat dem Weinbau noch immer gut getan. Die einheimischen Winzer sind bäuerlich geprägt und keltern häufig recht einfache Schoppen. Die Touristen schlucken's. Wenn sie nach der Tageshitze die Kühle der Dämmerung, den Blick auf den im Abendlicht purpurn glühenden Mont Sainte-Victoire genießen, dann ist ein eisgekühlter Rosé eine Köstlichkeit. Wie mäßig die Qualität in Wirklichkeit ist, merkt der Reisende immer erst, wenn er sich ein paar Flaschen mit nach Hause genommen hat.

1977 erhielten die Côtes de Provence die Appellation d'Origine Contrôllée  (AOC) und wurden damit zum herausragenden Qualitätswein-Gebiet ernannt. Seitdem strengen sich die Winzer sehr an. Es wurden Edelreben wie Syrah, Cinsault und Mourvèdre gesetzt. Viel Geld wurde in die Kellertechnik investiert. Anständige Pressen und Klimaanlagen sind heute selbstverständlich.

Die Kühlung ist das Ein-und-alles: Wenn die Trauben aufgeheizt in die Kelter kommen, und der Saft hernach sofort zu brausen beginnt, verfliegen all die fruchtigen Aromen. Wird die Gärung jedoch durch Kälte gezügelt, bleibt der Wohlgeschmack erhalten.

Einen guten Rosé herzustellen, zählt zu den schwierigsten Dingen im Weinbau. Angestrebt wird in der Region ein pfirsichfarbener Tropfen, der nach Himbeeren duftet. Nahezu alle Roséweine hier sind fruchtig, trocken und von einer eleganten hellen Farbe. Die Spezialität der Provence ist und bleibt der Rosé, nicht der Weißwein und auch nicht der eigentlich recht gute Rotwein.

Bei bis zu 3000 Stunden Sonnenschein im Jahr herrschen in der Provence perfekte Bedingungen für den Weinbau. Aus den Trauben einen so bezaubernd charmanten Rosé zu machen, dass er nahezu zu einem Lebensgefühl wird, ist wie gesagt eine Kunst für sich, die die Winzer der Provence nachweislich beherrschen. Auf rund 29.000 Hektar verteilen sich neun AOC (Anbaugebiet mit Herkunftsbezeichnung), wobei auf die drei wichtigsten 90% der hergestellten Weine entfallen.

Auch wir bei Augustas Box lieben die feinen Roséweine zu jeder Gelegenheit, besonders natürlich im Sommer zu den leichten Speisen.

Santé,
Silvia